Patientendaten aus französischer Medizin-Cloud offen im Internet
Kaum ein Tag vergeht ohne einem
Sicherheitsvorfall. Diesmal
ist ein französisches Medizinunternehmen betroffen. Fast eine Million
Dateien mit Patientendaten waren offen aus Internet erreichbar. Die Ursache war,
wie so oft, eine falsche Konfiguration des Speichers in der Amazon-Cloud.
Auch dieses Daten-Leak wäre leicht zu
vermeiden. Man muss nur regelmäßig alle aus Internet erreichbaren Server
scannen und überprüfen, ob sie richtig konfiguriert und keine Schwachstellen
vorhanden sind. Das ist heutzutage eine absolut grundlegende
Sicherheitsmaßnahme und es gibt unzählige Tools und Services dafür. Jedes
Unternehmen, welches eigene (on-Prem und auch in der Cloud) Infrastruktur nicht
scannt, handelt fahrlässig.
Dieser Sicherheitsvorfall hat aber einen
zusätzlichen Aspekt. Bei den kompromittierten Daten handelt sich um
Gesundheitsdaten. Solche Daten sind laut DSGVO als besondere Kategorie der
personenbezogenen Daten eingestuft und erfordern damit einen besonderen Schutz.
Auf jeden Fall ist ein Unternehmen, welches solche Daten verarbeitet und
speichert, verpflichtet eine Datenschutz-Folgenabschätzung
(DSFA) durchzuführen. Im Rahmen einer DSFA muss man bestimmen, mit welchen
Risiken die Verarbeitung dieser personenbezogenen Daten für die Rechte und
Freiheiten der natürlichen Personen verbunden ist. Entsprechend dieser
Risikoanalyse sind auch alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, um
diese Risiken zu minimieren. Artikel 32 von DGVO schreibt etliche
Sicherheitsmaßnahmen vor, darunter auch Verschlüsselung der Daten. Ich würde
sehr gerne die Ergebnisse von DSFA für diesen Fall sehen.
Der Betreiber dieser Medizin-Cloud betont auf
seiner Website, dass die Firma die höchsten
Ansprüche wie DSGVO, HIPPA, ISO usw. einhält.
Offensichtlich nicht ganz.
Wie Heise Online berichtet
gibt das Unternehmen diesen Vorfall zu. Der CEO des Unternehmens relativiert
aber die Kritikalität des Vorfalls:
In einer Mitteilung des Unternehmens auf der Webseite zur Datensicherheit gesteht
der CEO des Unternehmens den Datenvorfall zwar ein, aber die Einlassungen
erwecken nicht den Eindruck, dass man sich dort des Ernstes der Lage bewusst
ist. So wird auf die sichere medizinische Cloud sowie ein sicheres Hosting
(Personal Data Hosting) verwiesen. Die Anwendung sowie die
Datenverwaltungspraxis sei 2018 von einer auf GDPR (die DSGVO) spezialisierten
Anwaltskanzlei geprüft worden, um die Einhaltung der angeblich 2019 in Kraft
getretenen Datenverordnung zu gewährleisten, so der CEO der Firma in seiner
Einlassung.
Angesicht des Vorfalls ist die Frage völlig
berechtigt, ob eine Überprüfung durch eine Anwaltskanzlei ausreichend für die
Erfüllung der DSGVO ist. Auf jeden Fall muss solche juristische Überprüfung
durch eine regelmäßige sicherheitstechnische Überprüfung ergänzt werden.
Aus für regelmäßigen Passwort-Wechsel
Endlich kommt auch BSI zu der Meinung, dass regelmäßiger Passwort-Wechsel die Sicherheit eher verschlechtert. NIST empfiehlt kein Passwort-Wechsel schon seit mehr als 2 Jahren. Stattdessen sollen Systemadministratoren ständig überprüfen, ob die Passwörter bereits kompromittiert sind. Nur dann sollten solche Passwörter gewechselt werden.
https://www-heise-de.cdn.ampproject.org/c/s/www.heise.de/amp/meldung/Passwoerter-BSI-verabschiedet-sich-vom-praeventiven-Passwort-Wechsel-4652481.html
https://www-heise-de.cdn.ampproject.org/c/s/www.heise.de/amp/meldung/Passwoerter-BSI-verabschiedet-sich-vom-praeventiven-Passwort-Wechsel-4652481.html
Pentagon veröffentlicht Cybersecurity Maturity Model Certification
Pentagon hat gerade ein interessantes Konzept für Cybersecurity Maturity Model Certification präsentiert. Dieses Konzept ermöglicht eine präzise Einschätzung der Reifegrade der 17 definierten Cybersecurity Domänen. Die Einschätzung basiert auf dem klassischen 5-stufigen Maturity Model. Das Konzept beinhaltet in summe 171 Sicherheitsmaßnahmen ( als Practises in CMMC bezeichnet). Diese Sicherheitsmaßnahmen sind einzelnen Domänen und gleichzeitig den Reifegraden zugeordnet.
https://www.acq.osd.mil/cmmc/docs/CMMC_Model_Main_20200203.pdf
https://www.acq.osd.mil/cmmc/docs/CMMC_Model_Main_20200203.pdf
BSI veröffentlicht ein neuer Baustein für Software-Entwicklung
Das Bundesamt
für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat das IT-Grundschutz-Kompendium
2020 gerade veröffentlicht. Dieses Kompendium beschreibt auf 880 Seiten die
IT-Grundschutz-Bausteine.
„Im Fokus des
IT-Grundschutz-Kompendiums stehen die sogenannten IT-Grundschutz-Bausteine. In
diesen Texten wird jeweils ein Thema zu allen relevanten Sicherheitsaspekten
beleuchtet. Im ersten Teil der IT-Grundschutz-Bausteine werden mögliche
Gefährdungen erläutert, im Anschluss wichtige Sicherheitsanforderungen. Die
IT-Grundschutz-Bausteine sind in zehn unterschiedliche Schichten aufgeteilt und
reichen thematisch von Anwendungen (APP) über Industrielle IT (IND) bis hin zu
Sicherheitsmanagement (ISMS).“
Die Struktur
des Kompendiums ist in einer Mindmap
sehr gut graphisch dargestellt.
Das
Kompendium 2020 beinhaltet auch ein neuer Baustein - CON.8
Software-Entwicklung. Die Zielsetzung dieses Bausteines wird von BSI so
definiert:
„...die Software-Entwicklung
nimmt eine zentrale Rolle (in einer Institution) ein, indem aus den
Anforderungen der Institution ein Programm-Code entwickelt bzw. angepasst wird.
Hierbei ist es von essentieller Bedeutung, dass die Informationssicherheit über
den gesamten Software-Entwicklungsprozess hinweg berücksichtigt wird, da nur
auf diese Weise die Informationssicherheit der zu entwickelnden Software-Lösung
und im Rahmen des Entwicklungsprojektes selbst gewährleistet werden kann.“
Der Baustein
Software-Entwicklung beschreibt nur sehr allgemein sichere Rahmenbedingungen
für sichere Software-Entwicklung. Der Gefährdungskatalog beschreibt die
gängigen Gefahren in der Software-Entwicklung und die definierten Anforderungen
helfen den Leiter der Software-Entwicklung alle notwendigen Regeln und
Maßnahmen für sichere Entwicklung zu implementieren.
„Der Baustein stellt keine
vollständige Anleitung oder generelle Vorgehensweise für die Entwicklung von
Software dar, sondern er konzentriert sich auf die relevanten Aspekte der
Informationssicherheit bei der Software-Entwicklung. Mit diesem Baustein wird
der Baustein CON.5 Entwicklung und
Einsatz von Individualsoftware um
konkrete Aspekte zur Eigenentwicklung von Software erweitert. „
Es ist also
ein typischer Management-Ansatz, welcher in der betrieblichen Praxis mit davon
abgeleiteten technischen und organisatorischen Maßnahmen ergänzt werden muss.
Die Liste der Anforderungen aus dem Baustein kann dabei als eine Checkliste
dienen, um die Vollständigkeit der Umsetzung zu überprüfen.
Totale Überwachung
483 Seiten
in 2 Tagen. Selten lese ich ein Buch bis zum Ende. Noch seltener gelingt es
mir, ein Buch in 2 oder 3 Tagen zu verschlingen. In letzter Zeit waren es nur 3
- „Konklave“ von Robert Harris und „Helix“ und „Zero“ von Marc Elsberg. Marc
Elsberg schreibt Thriller, die sich mit den Folgen moderner Technologien
befassen. In seinem Buch Helix beschreibt Marc Elsberg Genmanipulationen und
deren mögliche negativen Folgen. Zero ist dagegen der lückenlosen Überwachung,
Sammlung und Ausnutzung privater Benutzerdaten und Beeinflussung des Menschen
durch künstliche Intelligenz gewidmet. Marc Elsberg mischt diese Themen
geschickt zusammen und verpackt sie in einen spannenden Thriller. Der Leser
dieses Buches erfährt vieles über die aktuellen Möglichkeiten der digitalen
Technologie und wird dabei gut unterhalten. Das Rezept von Marc Elsberg, auf
eine unterhaltsame Art und Weise die Gefahren neuer Technologien aufzuzeigen,
ermöglicht ihm eine breitere Leserschaft anzusprechen. Viele Leser von Zero
werden sich wahrscheinlich nur ungern Vorträge von Wissenschaftlern anschauen,
die vor den negativen Folgen der neuen Technologien warnen. Ein spannender Thriller,
der dieselbe Warnung sehr plastisch darstellt, ist eine viel angenehmere Art,
sich mit diesem Thema zu auseinanderzusetzen.
Was droht
uns also demnächst? Marc Elsberg skizziert eine nahe Zukunft der totalen
Überwachung. Alle Menschen werden durch die staatlichen Akteure rund um die Uhr
überwacht. Unzählige Kameras in den Städten (auf die sich Geheimdienste
problemlos Zugriff verschaffen) folgen uns auf Schritt und Tritt. Unsere
Smartphones und soziale Medien liefern weitere unzählige Informationen über
uns. Diese Fülle an Information kann kein Mensch mehr sinnvoll verarbeiten und
auswerten. Die echte Gefahr sind die intelligenten Algorithmen, die blitzartig
diese Flut an Information über uns sortierten, analysieren und nach definiertem
Muster auswerten können.
Es gibt
auch weitere Akteure, die Zugriff auf diese Information haben und sie für
eigene Interessen nutzen können. In Gegensatz zu Geheimdiensten, die sich den
Zugriff auf diese Information ohne um Erlaubnis verschaffen können, fragen uns
meistens die Betreiber sozialer Netzwerke oder anderer Dienste, ob wir mit der
Verarbeitung unserer Daten einverstanden sind. Sehr viele von uns stimmen zu,
weil man die Apps als nützlich betrachtet. Was dann wirklich mit unseren Daten
passiert ist hinter dem Schleier der üblichen Floskeln des Betreibers
versteckt. Wie z.B. „Wir verarbeiten Ihre Daten mit besonderer Sorgfalt und
schützen sie vor den unbefugten Zugriff durch Dritte“.
Benutzer
können diesen Behauptungen nun vertrauen oder auch nicht. Wir haben so gut wie
keine Möglichkeit diese Aussagen zu kontrollieren oder zu überprüfen, was
wirklich mit unseren Daten gemacht wird und wie sie tatsächlich gegen den
Zugriff durch unbefugte Dritte (z.B. staatliche Organisationen) geschützt sind.
Ein Schritt in die richtige Richtung sind gesetzliche Auflagen für die
Verarbeitung von personenbezogenen Daten, wie unter anderem die DSGVO. Dieses
Gesetz gibt uns das Recht über die Verarbeitung personenbezogener Daten zu
entscheiden. Leider stehen wir mit unserem Recht ziemlich allein den
übermächtigen Internet-Konzernen gegenüber und haben kaum Chancen unser Recht
gegen die Interessen dieser Konzerne durchzusetzen.
Inzwischen
sogar die US-Amerikaner sind besorgt über die ausufernde Überwachung. New York
Times hat herausgefunden, dass man sogar die anonymen Bewegungsdaten (GPS) sehr
einer konkreten Person zuordnen kann. New
York Times beschreibt die aktuelle Situation sehr treffend:
„We are living in the world’s
most advanced surveillance system. This system wasn’t created deliberately. It
was built through the interplay of technological advance and the profit motive.
It was built to make money. The greatest trick technology companies ever played
was persuading society to surveil itself.“
Marc
Elsberg beschreibt noch eine andere Art der totalen Überwachung. Es sind die
vielen Benutzer der sozialen Netzwerke oder anderer Internetdienste, die uns
Folgen und in manchen Fällen auch denunzieren können. Mit der Verbreitung von
Gesichtserkennung und Augmented Reality - d.h. intelligenter Brillen, welche
Informationen über Objekte liefern, die wir gerade betrachten - kann jeder
Nutzer dieser Technologien zu einem potentiellen Überwacher werden. Jederzeit
werden wir im öffentlichen Raum durch unzählige private und behördliche Kameras
überwacht. Aber auch jeder Passant mit einer intelligenten Brille kann aktiv
Informationen sammeln und sie automatisch auswerten. Somit wird jeder von uns
durch ein Netzwerk von Menschen überwacht, ohne es zu wissen.
Eine
weitere Herausforderung stellen die intelligenten Apps dar. Solche Apps sammeln
Unmengen an Daten über uns und werten sie aus. Sie können uns sehr nützliche
Vorschläge für unser Leben liefern, z.B. über unsere Gesundheit oder Fitness.
Da solche Apps sehr viel über unsere Emotionen, Vorlieben und Neigungen wissen,
sind sie auch imstande unser Verhalten vorherzusagen. Das heißt sie können mit
bestimmter Wahrscheinlich berechnen, wie wir uns in gewissen Situationen
verhalten werden. Mit diesem Wissen können sie aber auch sehr leicht unser
Verhalten manipulieren. Auch hier wissen wir nicht, wie die Algorithmen, die
uns die hilfreichen Ratschläge geben, funktionieren. Die Betreiber liefern
keine Informationen darüber und behaupten, es sei ihr geistliches Eigentum.
Intelligente
Apps, Augmented Reality, Künstliche Intelligenz und eine Unmenge von diversen
Sensoren sind neue Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Diese
Technologien können uns in sehr vielen Aspekten helfen unser Leben zu
verbessern. Sie können aber auch gegen uns verwendet werden. Entweder durch
diktatorische Regime oder gierige Unternehmen, die uns mehr oder weniger
versklaven. Yuval
Harari, der vor Technologien warnt, die den Menschen hacken können, zeigt
folgendes Horrorszenario. Stellen sie sich vor, dass Nordkorea über eine
Technologie verfügt, die Ihre Emotionen kontrollieren kann. Diese Technologie
misst, ob Ihre Begeisterung während der Ansprache des „geliebten“ Führers
wirklich echt ist oder nur gespielt. Wenn die App erkennt, dass sie nur
äußerlich die Zustimmung zeigen, ist die Überweisung in ein Umerziehungslager
schon in die Wege geleitet. Eine solche Technologie wird schon bald Realität
werden. Ein schreckliches Szenario, das sogar Orwell's Vorstellung im „1984“
bei weitem übertrifft.
Was sollen
wir in dieser Situation tun? Verzichten kann man auf die Nutzung moderner
Technologien in einer Ära der Digitalisierung kaum. Den Fortschritt zu stoppen
ist auch nicht mehr möglich. Michal Kosinski, Professor an der Stanford Universität, meint,
dass unsere Privatsphäre schon verloren ist. Michal Kosinski zeigt,
dass schon mit einigen wenigen „Likes“ künstliche Intelligenz sehr genaue Einschätzung
einer Person möglich macht.
Es gibt
keine Chance, die Unmengen privater Information, die überall über uns
gesammelt werden, zu stoppen. Wir müssen uns also darauf konzentrieren,
was mit diesen Daten passiert und wie sie verarbeitet werden. Wir müssen
Betreiber zwingen, ihre Algorithmen und Verarbeitungsmethoden transparent zu
machen. Wir müssen kontrollieren, was hinter dem Vorhang mit unseren Daten
geschieht. Das können wir nur durch öffentlichen Druck und Regulierung
erreichen. Ja, digitale Wirtschaft muss reguliert werden so wie die
Lebensmittel oder Pharmaindustrie. Regulierungsorgane müssen Auflagen
definieren, an die sich die Verarbeitung unserer Daten zu richten hat. Diese
Organe müssen auch das Recht erhalten, wirkliche Kontrollen durchzuführen.
In
Deutschland aber auch innerhalb der EU gibt schon eine ernsthafte Diskussion
über solche regulativen Maßnahmen. Ein Konzept einer „vertrauenswürdiger
KI“ wird skizziert. Paul Nemitz, Chefberater der Generaldirektion für Recht
und Verbraucherschutz bei der Brüsseler Regierungseinrichtung sprach vor kurzem
auf einem Symposium der
Datenschutzkonferenz von Bund und Ländern zum Thema "Künstliche
Intelligenz über dem geplanten Weißbuchs
der EU-Kommission für einen KI-Rahmen.
Cyberattacke zwingt ein Unternehmen zum Konkurs
Unternehmen, die Opfer einer Cyber-Attacke wurden oder von Ramson befallen wurden, müssen nicht nur mit lang daurdenden Unterbrechungen des Betriebes und hohen Kosten der Abwehr und Behebung der Angriffsfolgen rechnen. Ein Angriff kann auch zum Schließen des Unternehmens führen. Diese für die Existenz eines Unternehmens gravierende Folgen berechtigten sehr wohl sinnvolle Investitionen in die präventiven und aufdeckenden Sicherheitsmaßnahmen. Für kleinere Unternehmen ist das Outsourcing der Security Prävention un Detection an einen professionellen Manage Security Service Anbieter wahrscheinlich die beste Lösung.
https://www.zdnet.com/article/company-shuts-down-because-of-ransomware-leaves-300-without-jobs-just-before-holidays/
Auto der Zukunft wird nach dem Prinzip "More from Less" gebaut
Ein wirklich schönes Konzept des
Ressourcen-schonenden Autos hat Mercedes
präsentiert bei CES 2020. Mercedes will
im Jahr 2039 Autos herstellen, die vollständig Ressourcen-neutral sind. Dieses
Ziel liegt noch recht weit in der Zukunft. So gesehen ist es eher eine Vision.
Mercedes machte aber diese Vision viel konkreter mit den klar definierten
Zwischenzielen, bei denen eine konkrete Reduktion bis auf 40% geplant ist. Das
macht diese großartige Vision recht realistisch.
Die Idee dahinten ist, dass das Auto der
Zukunft nicht nur bei der Nutzung CO2-neutral ist. Auch bei der Herstellung des
Autos sollen so gut wie keine Ressourcen verbraucht werden. Mercedes will die
Menge von Wasser und allen anderen Materialen, die für Erzeugung eines Autos
notwendig sind, dramatisch reduzieren. Dazu werden neue Herstellungsmethoden
aber auch Rohstoffe benötigt. Grundsteine dieser Idee sind drei "R"
- Reduce, Recycle, Reuse. Das Unternehmen wird mit neunen
Produktionsmethoden die Menge, der für die Herstellung eines Autos benötigten
Rohstoffe reduzieren - Reduce. Gleichzeitig sollte das Auto so gebaut werden,
dass einzelne Bauteile wieder für neue Autos oder für andere Zwecke benutzt
werden können - Reuse. Das was dann übrig bleibt sollte leicht
entsorgbar sein. Der aus Schweden stammende CEO von Mercedes erwähnt hier sogar
gänzlich neuartige Batterien, die aus organischen Stoffen hergestellt werden. Diese
Batterien können dann einfach kompostiert werden - Recycle.
Es ist eine absolut tolle Idee, die leider
durch die Präsentation des futuristischen Avatar-Autos kaum Aufmerksamkeit
bekam. Ich halte sie jedoch als wichtiger Beitrag für die Lösung vieler unserer
derzeitigen Probleme. Eine Technologie, die ermöglicht, mehr zu produzieren und
das mit weniger Ressourcen, wird die Umwelt weniger belasten und womöglich uns
auch helfen, die Klima-Katastrophe abzuwenden.
Über solche Technologien wird derzeit nicht
nur bei Mercedes nachgedacht. In vielen Fällen gibt es schon heute sparsame
Technologien. Andrew McAfee, Co-Autor des
Buches "The Second Machine
Age" beschreibt diese Entwicklung in seinem neuen Buch "More from less".
Andrew McAfee zeigt den enormen Einfluss, welchen
Technologie auf unseren Leben in letzten 200 Jahre gehabt hat. Dank dem technologischen
Fortschritt hat die Menschheit viele Krankheiten, Armut und andere Probleme aus
der Vergangenheit beseitigt. Technologie hat einen nie dagewesenen Wohlstand
für so viele geschaffen. Die Schattenseite dieser Entwicklung war der starke
Verbrauch der Naturressourcen und negative Auswirkung auf Umwelt und Klima.
Damit ist jetzt Schluss, behauptet Andrew McAfee. In letzten Jahren kann die westliche Wirtschaft
mehr produzieren und dabei weniger verbrauchen als früher:
"In
recent years we’ve seen a different pattern emerge: the pattern of more from
less. In America—a large, rich country that accounts for about 25 percent of
the global economy—we’re now generally using less of most resources year after
year, even as our economy and population continue to grow. What’s more, we’re
also polluting the air and water less, emitting fewer greenhouse gases, and
seeing population increases in many animals that had almost vanished. America,
in short, is post-peak in its exploitation of the earth. The situation is
similar in many other rich countries, and even developing countries such as
China are now taking better care of the planet in important ways."
Neben Fortschritt in der
Technologie sind Kapitalismus (produziere immer mehr zu geringeren Kosten),
öffentliches Bewusstsein und reaktionsfähige Regierungen die 4 Grundlagen
dieser positiven Entwicklung. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass die
Fähigkeit mehr zu produzieren und weniger Ressourcen zu verbrauchen hilft, die
Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Das allein ist aber zu wenig, um
grundlegende Herausforderungen wie Klima-Katastrophe zu meistern.
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